Marie Luise Ritter

... schreibt über die Liebe

Marie Luise Ritter, geboren in der Nähe von Leipzig, hat Journalistik studiert, um sich danach mit dem Schreiben selbstständig zu machen. Als freie Texterin, Bloggerin und Beraterin lebt sie nach fünf Jahren in Hamburg inzwischen in Berlin. Mit luiseliebt.de hat sie vor zehn Jahren ihr digitales Tagebuch ins Leben gerufen, aus dessen Texten seitdem drei Bücher entstanden sind.   

Diese erzählen vom Leben und von der Liebe und sind eine Hymne an das einfach “Sein”. In ihrer Großstadtkolumne widmet sie sich Dating, Freundschaften und innerer Zufriedenheit. Den Alltag verbringt Marie Luise Ritter mit Hündin Penny zwischen Büchern, Berliner Abenteuern und Bananenbrot.

NEU: GROSSSTADTKOLUMNE

Sich wieder fühlen

Ich sitze an der langen Dinner-Tafel auf der Terrasse und beobachte Rosa, die uns, ohne ihre Miene zu verziehen, die Teller mit Reis, Bohnen, gebackenen Platanos und Gemüse reicht. Meine Haare hängen nass und salzgetränkt auf meinem Rücken runter. Über uns leuchten Lichterketten, ein leichter Wind zieht durch die großen Palmen und die Dunkelheit hier im Garten. Reihum blicke ich in glückliche, ausgelaugte Gesichter. Fast jeder hier hat den Morgen beim Yoga und den Nachmittag auf dem Bord verbracht, sich liegend durch die Wellen gepaddelt, auf der Suche nach der richtigen. „Für jeden von uns gibt es die richtige Welle. Nur weil du die jetzt nicht gekriegt hast, heißt das nicht, dass die nächste nicht vielleicht deine ist“, hatte Martin im Wasser zu mir gesagt. Ich war entmutigt, hatte zu viel Salzwasser geschluckt, meine Augen brannten höllisch hier draußen im Pazifik. Ich sah ihn an, er grinste, hielt mein Bord fest, zeigte auf eine anrollende Welle. Und ich beobachtete sie, legte mich hin, paddelte, und schaffte es, mich im richtigen Moment in sie zu stellen und kurz mit ihr mit zu gleiten. Ich habe immer nur einen Plan für die nächsten zwei, drei Tage, und irgendetwas hatte mir gesagt, die

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Zu Hause sein

Ich wache morgens auf, noch leicht benommen von den zwei Margaritas am Abend zuvor, und halte mein Gesicht in die Sonne, die langsam über den Rand der Balkonbrüstung in das Schlafzimmer klettert. Meine Arme tun weh vom Power Yoga gestern, mein Rücken auch. Auf so eine gute Weise. Auf die, bei der man sich lebendig fühlt, in seinem Körper angekommen. Mein Daumen scrollt über den kalten Bildschirm, ich checke die Nachrichten, und ziehe dann einfach Flip Flops unter meine Schlafshorts und das kurze Top und laufe los. Die kleine Stadt schläft noch, als ich kurz nach sieben über die unebenen Plastersteine der Quinta schlappe. Die Sonne steht noch tief, bricht sich nur vereinzelt ihren Weg in die kleinen Gassen, die ich kreuze. Ich lächele den jungen Frauen zu, die gerade dabei sind, ihre nebeneinander gelegenen Läden aufzumachen, den paar Joggenden, die an mir vorbeiziehen. Gehe immer weiter die Fifth Avenue entlang, an den Bars und Restaurants vorbei, die gerade die Spuren des Vorabends beseitigen, an großflächigen Regenpfützen der vergangenen Nacht und ersten Kaffeehungrigen. Vor meinem Stamm Coffeeshop ist bereits eine Schlange, aber die Mexikaner arbeiten schnell und effizient. Ich bestelle auf spanisch, sie lächeln mich an, und ich schlappe zurück,

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Verfallsdatum: Singlefreundschaften?

Rückblick Sommer „Erzähl mal, wie ist es bei dir gerade so? Wie ist dein Sommer?“ Max und ich saßen am Späti. Wir kannten uns erst seit ein paar Tagen, hatten uns über den Freundeskreis kennengelernt. Heute hatte er mir gegen 21:15 Uhr geschrieben, dass er noch in einem Onlinemeeting hing, und dringend noch frische Luft brauchte, und ob ich für ein Bier kurz rauskommen wollte. Ich war gerade auf dem Heimweg vom Sport mit meiner Freundin, auf dem Sprung in die U-Bahn und hatte kurzerhand zugesagt. Ich liebe Spontanität, und Menschen über ihr Leben auszufragen. In der Nähe des Rosenthaler Platzes genossen wir die milden Temperaturen des Spätsommers in der Dunkelheit. „Ich würde sagen. Für mich ist es ein Sommer der Freundschaften“, fing ich an. „Also dass wir sowohl an bestehende Freundschaften viel intensiver anknüpfen, aber auch viel offener sind für neue Menschen.” Ich hatte das Gefühl, dass wir uns nach Haushaltseinschränkungen und geschlossenen Bars, nach limitieren Freizeitaktivitäten und dem permanenten Risiko einer Ansteckung ganz gut eingerichtet hatten in unseren ‘kleinen Kreisen’. Dass das herausgenommene Tempo uns erlaubte, uns noch einmal ganz anders auf unsere Freundschaften einzulassen. Vielleicht auch mit der Frage im Hinterkopf: Wenn Zeit so kostbar ist, mit

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Meine Bücher

»Natürlich, die besten Typen laufen einem an Kaffeetheken, auf Spaziergängen (Hund!) und vor allem dann, wenn man es nicht erwartet über den Weg – manchmal aber eben auch bei Tinder«

Vorsichtige Dating-Versuche, innige Freundschaften und die immer wiederkehrende Frage, was man in Dating-Apps eigentlich sucht — und ob man überhaupt etwas suchen sollte. Ein Buch übers Erwachsenwerden und Sich-Selbst-Finden in der Großstadt. 

»Vom Nichts suchen und Alles finden« erzählt hoffnungsvoll vom Loslassen alter Ideen und festgesetzter Muster, vom Zulaufen auf neue Abenteuer. Und von der Liebe. Vor allem von der Liebe. 

Weil das Leben eine Reise ist, auf der man sich genauso gut verlieren wie wiederfinden kann. Weil die besten Dinge sich abseits des Weges ergeben, wenn man nicht mit ihnen rechnet. Süße Spontanbegegnungen, ein Sommer-Roadtrip mit dem Bulli durch Frankreich, die Bar voller Einheimischer auf Reisen …