Marie Luise Ritter

... schreibt über die Liebe

Marie Luise Ritter, geboren in der Nähe von Leipzig, hat Journalistik studiert, um sich danach mit dem Schreiben selbstständig zu machen. Als freie Texterin, Bloggerin und Beraterin lebt sie nach fünf Jahren in Hamburg inzwischen in Berlin. Mit luiseliebt.de hat sie vor neun Jahren ihr digitales Tagebuch ins Leben gerufen, aus dessen Texten seitdem drei Bücher entstanden sind.   

Diese erzählen vom Leben und von der Liebe, betten ihre eigenen Erlebnisse, Gedanken und Träume in lebens-bejahende Geschichten und sind eine Hymne an die Lebensfreude, Liebe in all ihren Facetten und das einfach „Sein“. Ihren Alltag verbringt sie mit Hündin Penny zwischen Berliner Abenteuern, Büchern und Bananenbrot.

NEU: GROSSSTADTKOLUMNE

Alles anders und alles doch gleich

Winter Ich schließe die schwere Feuerschutztür unserer Wohnung an der lauten Hauptstraße in Prenzlauer Berg und ein erstes Kapitel in Berlin hinter mir. Sie knarzt, während sie zwischen mir und der geputzten Neubau-Wohnung ins Schloss fällt. Ich betrachte sie noch eine Weile, wie sie da weiß und verschlossen vor mir trohnt. Ich höre die Gespräche dahinter, die jetzt nur noch Fetzen sind, das Klirren von Gläsern auf dem weißen Küchentresen. Erinnere mich an Partynächte, an denen irgendjemand gegen sie hämmerte, an den Tag, an dem ich mich fast ausgesperrt hätte, als ich ein Paket annehmen wollte, an den lauten Knall, mit dem der Mitbewohner sie morgens ins Schloss fallen ließ, während er schon längst die glatten, grauen Treppen heruntereilte. Dann trotte ich los, nehme die Stufen und renne fast zu meinem Bus, der hier vor der Haustür im Parkverbot steht. Dieses Kapitel — habe ich das geträumt?  Frühling “Entschuldigen Sie, nur noch mit Maske, okay?”, ermahnt mich die Kassiererin, als ich meine Einkäufe vom Ende der Kasse wieder in meinen Wagen sortiere. Es ist der erste Tag der allgemeinen Maskenpflicht in Supermärkten, und ich habe mir noch keine besorgt. Ich habe die gestrige Verschärfung der Maßnamen gar nicht mitbekommen. Vor

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Wie sie dich fühlen lassen

Disclaimer: Inhalte und Gespräche der Kolumne, vor allem in Bezug auf Dating, sind unter Umständen vor der Corona-Pandemie oder vor dem zweiten Lockdown entstanden. Aktuell gilt es, die Kontakte klein zu halten. Stay safe!  “Lui, was würdest du denn machen?”    “Wie, was würde ich machen?” Ich war kurz mit meinen Gedanken zu dem Sonnenuntergang abgeschweift, der sich in orange-roten Schlieren allmählich über dem Wasser anbahnte. Wir stiefeln mit Distanz und unseren Thermoskannen um einen nahegelegenen See, in dem wir im Sommer jedes Wochenende schwimmen waren. So oft es geht versuchen wir in die umliegende Natur zu flüchten: Auch das ist Großstadt. Sand und Steine knirschen unter unseren langsamen Schritten, eine Schwanfamilie beobachtet argwöhnisch, wie wir uns langsam weiter entfernen. Außer uns steht nur ein Angler in weiten Gummistiefeln knietief im Wasser. Sonst ist hier niemand zu sehen. “Naja, soll ich ihm noch einmal schreiben und was vorschlagen, oder nicht?”“Was kam nochmal zuletzt? Zeig mal her.” Ich versuche aus der Distanz die Konversation auf ihrem Smartphone mit meinen Augen scharfzustellen. Ich sollte meine Brille wirklich öfter tragen. “Ich habe zuletzt geschrieben und gefragt, ob er am Wochenende was geplant hat. Was ja basically heißt, ob wir uns sehen wollen. Darauf kam nichts

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Du bist der Ozean

“Weißt du, ich habe noch nie jemanden gesehen, der im Schlaf so glücklich aussieht, wie du”, sagt er leise zu mir. Ich bin gerade aufgewacht und blinzele ihn an. Der Hund liegt fest umschlungen in meiner Armbeuge. Es ist acht Uhr morgens an einem Freitag. “Was?” “Du lächelst so vor dich hin im Schlaf. Immer wenn ich nachts kurz aufgewacht bin und dich angeguckt habe, hattest du ein Lächeln im Gesicht.” “Wieso bist du nachts aufgewacht?” Ich wache nachts eigentlich nie auf. Mit dem warmen Hunde-Fellknäuel (als Wärmflasche), meinem absolut perfektem Kissen (selbst gekauft, Empfehlung: Snooze Project!) und Vorfreude auf den kommenden Tag schlafe ich sofort ein und wache erst wieder auf, wenn es draußen hell wird. “Ich drehe mich nachts eben öfter mal um und sehe auf die Uhr. Aber du lagst immer gleich da. Und hast im Schlaf gelächelt. Als wäre die Welt einfach nur gut. Als hättest du nichts, worüber du dich sorgen müsstest. Das sieht total beruhigend aus.” Ich finde die Vorstellung total schön. “Ich sorge mich ja auch um nichts”, sage ich dann noch. Als ich mal durch Instagram scrollte, blieb ich (und ich weiß nicht mal mehr, bei wem) minutenlang an einer Metapher hängen (und das ist

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Meine Bücher

»Natürlich, die besten Typen laufen einem an Kaffeetheken, auf Spaziergängen (Hund!) und vor allem dann, wenn man es nicht erwartet über den Weg – manchmal aber eben auch bei Tinder«

Vorsichtige Dating-Versuche, innige Freundschaften und die immer wiederkehrende Frage, was man in Dating-Apps eigentlich sucht — und ob man überhaupt etwas suchen sollte. Ein Buch übers Erwachsenwerden und Sich-Selbst-Finden in der Großstadt. 

»Vom Nichts suchen und Alles finden« erzählt hoffnungsvoll vom Loslassen alter Ideen und festgesetzter Muster, vom Zulaufen auf neue Abenteuer. Und von der Liebe. Vor allem von der Liebe. 

Weil das Leben eine Reise ist, auf der man sich genauso gut verlieren wie wiederfinden kann. Weil die besten Dinge sich abseits des Weges ergeben, wenn man nicht mit ihnen rechnet. Süße Spontanbegegnungen, ein Sommer-Roadtrip mit dem Bulli durch Frankreich, die Bar voller Einheimischer auf Reisen …