Marie Luise Ritter

... schreibt über die Liebe

Marie Luise Ritter, geboren in der Nähe von Leipzig, hat Journalistik studiert, um sich danach mit dem Schreiben selbstständig zu machen. Als freie Texterin, Bloggerin und Beraterin lebt sie nach fünf Jahren in Hamburg inzwischen in Berlin. Mit luiseliebt.de hat sie vor zehn Jahren ihr digitales Tagebuch ins Leben gerufen, aus dessen Texten seitdem drei Bücher entstanden sind.   

Diese erzählen vom Leben und von der Liebe und sind eine Hymne an das einfach “Sein”. In ihrer Großstadtkolumne widmet sie sich Dating, Freundschaften und innerer Zufriedenheit. Den Alltag verbringt Marie Luise Ritter mit Hündin Penny zwischen Büchern, Berliner Abenteuern und Bananenbrot.

NEU: GROSSSTADTKOLUMNE

Wovor laufen wir weg?

“Du läufst immer weg”, stellte er nüchtern fest.“Ich? Wovor denn?”“Das weiß ich nicht. Aber du läufst weg, immer wenn wir uns streiten. Dann knallst du die Tür zu und gehst, oder setzt dich ins Auto und fährst weg.”Wir hatten uns gestritten, erst gestern. Es war belanglos, aber unsere Uneinigkeit machte mich erst so hilflos und dann so unruhig, dass ich mir meine Autoschlüssel aus der Schale im Flur schnappte und lautstark die Tür hinter mir ins Schloss fallen lies. Meine Schritte überschlugen sich fast, während ich die Treppen hinuntereilte und erst wieder durchatmete, als ich unten im Auto den Motor startete. Mir wäre das nie so aufgefallen, hätte er mich nicht darauf hingewiesen. Es war eine Routine, die mir in Fleisch und Blut saß. Erstmal weg. Mich in Bewegung bringen. Eine unangenehme Situation zu verlassen, war für mich eine völlig logische Reaktion. Mein Körper handelte dabei so intuitiv, dass ich nicht einmal darüber nachdenken konnte. Den genauen Ablauf, oder warum ich das tat, hatte ich nie hinterfragt. Ich zog mich aus Situationen raus, wenn sie mich unwohl fühlen ließen.  Aber war das die richtige Art und Weise, mit denDingen umzugehen?— Fragen, die wir uns -vielleicht?- irgendwann stellen. “Wir streiten unterschiedlich.

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Eine Acht oder höher

Es gibt eine Szene in der Serie How I met your mother, in der Lily und Marshall, frisch Eltern geworden, Ted irgendwo in New York bitten, ihnen nur noch von den Frauen zu erzählen, die eine Acht oder höher sind. Sie nicht mehr mit jede seiner Dating Geschichten “zu belästigen”. Meine Freundin Marlene hatte zu mir mal etwas Ähnliches gesagt. Dass sie nicht von jedem hören will, egal ob One-Night-Stand oder einem Fremden, der in der Bahn kurz gelächelt hat, sondern nur von dem, was wirklich erzählenswert ist. Also alles mit Aussicht auf ‘langfristig’. Das hieß: Alles mit Aussicht auf eine Beziehung. Alles, was blieb, was auch für ihr Leben eine merkenswerte Relevanz und reale Überschneidungspunkte ergeben könnte, statt nur eine Geschichte zu sein. Und ich fragte mich schon damals: Wer entscheidet, was erzählenswert ist und was nicht? Wem wir vertrauen lernen. Müsste ich dann so lange meine Freude für mich behalten, bis ich mir sicher war? Und war es wirklich die voraussichtliche Länge, die das Label ‘erzählenswert’ verdiente – oder nicht doch eher die Tiefe und Intensität, die persönliche Bedeutung, die es für uns hatte? Ich liebe Alltagsgeschichten, und ich liebe es, sie von meinen Freundinnen erzählt zu bekommen.

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Schneedecke

Der Nebel hängt tief in den Straßen, als ich um neun Uhr auf sie trete. Hier geht die Sonne auf, aber gerade wird sie vom Wetter verschluckt. Der Osten Berlins schläft noch. Der Schnee ist festgetreten, und man merkt, dass er langsam anfängt zu tauen. Spätestens ab heute Mittag wird er komplett verschwinden, während die Temperaturen zwischen den Straßenzügen immer weiter in den Plusbereich klettern werden. Bis dahin schluckt er wie eine schwere Decke noch die morgendlichen Geräusche, und während wir unsere Spuren im frischen Schnee hinterlassen, ist alles um uns komplett still. Der Hund tapst vor, ich vorsichtig hinterher. Leises Knirschen, Kieselsteine und Streusalz, die sich tiefer in die Schneeschicht reinbohren. Nichts konnte die magische Ruhe stören. Gestern Abend schon stand ich eine Weile mitten im Kiez. Es hatte bereits aufgehört zu schneien. Ich beobachtete die Stille, die letzte wirklich kalte Nacht, und wie hell der Himmel nachts erscheint, wenn der Schnee auf Gehwegen und Straßen und Autodächern die Welt ringsum so reflektiert. Als würde es nie wirklich dunkel werden. Die Straßenlaternen surrten leise und warfen kleine Kegel aus Licht auf die breiten Gehwege. Ich war fasziniert von diesem Zauber, der Watte, die alles schluckte. Auch meine Kopf zu

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Meine Bücher

»Natürlich, die besten Typen laufen einem an Kaffeetheken, auf Spaziergängen (Hund!) und vor allem dann, wenn man es nicht erwartet über den Weg – manchmal aber eben auch bei Tinder«

Vorsichtige Dating-Versuche, innige Freundschaften und die immer wiederkehrende Frage, was man in Dating-Apps eigentlich sucht — und ob man überhaupt etwas suchen sollte. Ein Buch übers Erwachsenwerden und Sich-Selbst-Finden in der Großstadt. 

»Vom Nichts suchen und Alles finden« erzählt hoffnungsvoll vom Loslassen alter Ideen und festgesetzter Muster, vom Zulaufen auf neue Abenteuer. Und von der Liebe. Vor allem von der Liebe. 

Weil das Leben eine Reise ist, auf der man sich genauso gut verlieren wie wiederfinden kann. Weil die besten Dinge sich abseits des Weges ergeben, wenn man nicht mit ihnen rechnet. Süße Spontanbegegnungen, ein Sommer-Roadtrip mit dem Bulli durch Frankreich, die Bar voller Einheimischer auf Reisen …