Marie Luise Ritter

... schreibt über die Liebe

Marie Luise Ritter, geboren in der Nähe von Leipzig, hat Journalistik studiert, um sich danach mit dem Schreiben selbstständig zu machen. Als freie Texterin, Bloggerin und Beraterin lebt sie nach fünf Jahren in Hamburg inzwischen in Berlin. Mit luiseliebt.de hat sie vor zehn Jahren ihr digitales Tagebuch ins Leben gerufen, aus dessen Texten seitdem drei Bücher entstanden sind.   

Diese erzählen vom Leben und von der Liebe und sind eine Hymne an das einfach “Sein”. In ihrer Großstadtkolumne widmet sie sich Dating, Freundschaften und innerer Zufriedenheit. Den Alltag verbringt Marie Luise Ritter mit Hündin Penny zwischen Büchern, Berliner Abenteuern und Bananenbrot.

NEU: GROSSSTADTKOLUMNE

Leben, kürzlich

Meine Leerzeichentaste klemmt, seit ich irgendwann in der Wohnung einer Freundin lachend O-Saft über meinen Laptop geschüttet hatte. Jedes Leerzeichen muss ich seither energisch reinhämmern. Manchmal finde ich das unfassbar lustig. Heute sitze ich stumm vor dem blinkenden Cursor und betrachte die weiße Seite hier vor mir. Die Worte wollen gerade nicht raus. Sie wollen in mir bleiben, sich einnisten, nicht als Gedanken laut ausgesprochen werden, und auch nicht festgehalten, aufgeschrieben. Dabei studiere ich Kreatives Schreiben, also irgendwie Schreibtherapie, als mein zukünftiges, selbst gewähltes Berufsfeld. Ich finde es unheimlich spannend, was das Schreiben in unseren Köpfen aus- und auflösen kann, dass wir dadurch manchmal Knoten entwirren, die wir noch gar nicht in Gesprochenes fassen könnten. Geschriebene Sätze erdenkt unser Hirn anders als gesprochene. Also machen wir das heute mal wieder hier – einen nach dem anderen. unterwegs Vielleicht ist das das Motto, unter das ich dieses Jahr stellen würde. Das Jahr hat total schön und wild begonnen – ein Festival in Mexiko (toll!), anschließende Panikattacken (weniger toll). Die Erschöpfung, und jetzt auch meine mentale Gesundheit ist für mich gerade ein wichtiges Thema. Meine Reise war unfassbar gut, aber eben manchmal auch nicht. Völlig okay. “Es muss nicht immer alles gut

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raus in die Berge

Umrahmt von Weinbergen und Apfelfeldern stelle ich auf der kleinen Terrasse meinen Kaffee ab und kicke mit der Fußspitze den Holzstuhl zurück, um mich auf ihn fallen zu lassen. Ein paar Minuten lang beobachte ich nur all das was mich umgibt, die Schönheit der Natur um mich und meinen gleichmäßigen Atem, bevor ich an diesem Montagmorgen meinen Laptop aufschlage. Vor mir liegen weit entfernte Täler, steile Abhänge, sich windende Straßen, wie gemalt auf die Steilhänge platziert. Überall grün und blau, das sich abwechselt. Das Panorama der umliegenden Berge mit schneeweißen Spitzen erhebt sich eindrucksvoll um mich herum. Ich schirme meine Augen vor der Sonne ab, um nicht geblendet zu werden.  In jeder Reihe zwischen den grünen Apfelreben unterhalb der Terrasse sind Netze aufgestellt, die bald aufgespannt werden, um die Apfelernte vor möglichem Hagel zu schützen. Noch sind sie geschlossen und geben den Blick auf die Reben frei. Die Ernte beginnt erst im August und geht bis in den November rein. Hier ist es so ruhig, dass ich kurz innehalte, und nur die Stille genieße. In der Großstadt sind meine Gedanken dauerhaft von einem leisen Smog aus Autos, aus Menschen, aus fremdem Gemurmel übertönt. Ich sitze für mein neues Buch an

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Unterwegs

Es war der sechste Morgen, an dem ich wieder in meiner eigenen Wohnung aufwachte. Oder zumindest irgendwann kurz vor dem Sonnenaufgang benommen aus meinem viel zu großen Bett heraus kraxelte. Der Rucksack lag auch sechs Tage später noch immer unausgepackt neben der Couch, dort, wo ich ihn an einem eisigen Abend der letzten Woche abgeworfen hatte. Sein Innenleben war auseinander gepflückt und leicht explodiert, die Basics lagen noch darin. Alles, was ich hier noch nicht gebraucht hatte. Ich war zu müde, um mich damit zu beschäftigen. Oder vielleicht im Kopf noch nicht so weit, dem Kapitel ein Ende zu setzen, korrigierte ich mich. Als würde ich die Erinnerungen vergessen, wenn ich zu schnell weitermachte.  Benommen taumele ich ins Bad und kicke mit der Zehenspitze die Klamotten von gestern Abend weg, die ich achtlos auf dem Badezimmerboden abgelegt hatte. Ich fühlte mich im Kopf immer noch nicht wieder hier angekommen, in der Zwei-Zimmer-Wohnung mit den hohen Decken und den Altbaudielen, mit den vollgestopften Schubladen und den Briefen, die sich im Flur stapelten. Ich konnte nicht mehr schlafen, seit ich wieder hier war. Vielleicht weil in dieser Wohnung viel zu viel Zeug war, das sich gerade wie eine Last anfühlte. Vielleicht weil

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Meine Bücher

»Natürlich, die besten Typen laufen einem an Kaffeetheken, auf Spaziergängen (Hund!) und vor allem dann, wenn man es nicht erwartet über den Weg – manchmal aber eben auch bei Tinder«

Vorsichtige Dating-Versuche, innige Freundschaften und die immer wiederkehrende Frage, was man in Dating-Apps eigentlich sucht — und ob man überhaupt etwas suchen sollte. Ein Buch übers Erwachsenwerden und Sich-Selbst-Finden in der Großstadt. 

»Vom Nichts suchen und Alles finden« erzählt hoffnungsvoll vom Loslassen alter Ideen und festgesetzter Muster, vom Zulaufen auf neue Abenteuer. Und von der Liebe. Vor allem von der Liebe. 

Weil das Leben eine Reise ist, auf der man sich genauso gut verlieren wie wiederfinden kann. Weil die besten Dinge sich abseits des Weges ergeben, wenn man nicht mit ihnen rechnet. Süße Spontanbegegnungen, ein Sommer-Roadtrip mit dem Bulli durch Frankreich, die Bar voller Einheimischer auf Reisen …