Marie Luise Ritter

... schreibt über die Liebe

Marie Luise Ritter, geboren in der Nähe von Leipzig, hat Journalistik studiert, um sich danach mit dem Schreiben selbstständig zu machen. Als freie Texterin, Bloggerin und Beraterin lebt sie nach fünf Jahren in Hamburg inzwischen in Berlin. Mit luiseliebt.de hat sie vor zehn Jahren ihr digitales Tagebuch ins Leben gerufen, aus dessen Texten seitdem drei Bücher entstanden sind.   

Diese erzählen vom Leben und von der Liebe und sind eine Hymne an das einfach “Sein”. In ihrer Großstadtkolumne widmet sie sich Dating, Freundschaften und innerer Zufriedenheit. Den Alltag verbringt Marie Luise Ritter mit Hündin Penny zwischen Büchern, Berliner Abenteuern und Bananenbrot.

NEU: GROSSSTADTKOLUMNE

hot … was?

“Was machst du heute Abend?”, erscheint seine Nachricht auf meinem Display. “Schon was vor?”Es ist früher Abend und ich bin gerade in meinen angezogenen Sportsachen dabei, noch schnell die Pflanzen in Fensternähe zu gießen, nachdem die Sonne und die Hitze des Tages so langsam aus meiner Wohnung verschwunden waren.Ich hatte mir drei Tage freigenommen, um mal wieder ganz konzentriert für mich zu sein. Zu schreiben, das restliche Jahr zu planen und mich einfach ein bisschen durch den Tag und den Kiez zu treiben. Ich war früh aufgestanden und hatte als erstes gedacht: “Heute, werde ich mir einen richtig schönen Tag machen. Also mache ich eh immer. Aber heute nochmal ganz besonders.” Ich war morgens meine Bahnen im See geschwommen und hatte mir danach mein neues Secondhandkleid übergestreift. Ich hatte mich selbst zum Lunch eingeladen, einen Freund und seinen Hund auf einen Kaffee getroffen, im angenehmen Halbschatten gelesen, meinen vor Glückseligkeit und Sonne brummenden Schädel abends mit einem anderen Freund in zwei Aperol und einen ganzen Tisch voller Tapas ertränkt, lange und intensiv über Abschied, über Freundschaft und Zusammenfinden geredet und war kurz vor Mitternacht ein großes Stück durch die Nacht nach Hause spaziert. “Heute mal, was mit mir selbst”, tippe

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Allein

Ich taste die Zimmerdecke meines Schlafzimmers Zentimeter für Zentimeter mit meinen Augen ab. Zu mehr bin ich körperlich nicht in der Lage. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt ein menschliches Gesicht gesehen habe. Niemand darf zu mir, ich darf nicht raus. Zwangsweise an ein Bett gefesselt, das sich anfühlt, als würde es immer größer werden. Die Leere erdrückt mich. Und während sich jeder Tag schlimmer und noch mehr nach einem körperlichen Aufgeben anfühlt, als der davor, kriecht eine Einsamkeit, die ich nicht kenne, wie heisere Panikattacken in mir hoch. Noch mindestens zehn Tage Quarantäne. Ich sehne mich nach sozialer Interaktion, einem freundlichen Lächeln, einer Umarmung vielleicht. Sonst nie, aber jetzt gerade umso mehr. Alles was ich vorfinde ist eine warme Suppe auf meiner Türschwelle und sieben Anrufe in Abwesenheit. Ich mache die Augen wieder zu. In meinen Fieberträumen fantasiere ich vom Reisen, von neuen Abenteuern. Zeitweise fühlt es sich an, als würde die Zukunft an mir vorbeiziehen, nach der ich immer wieder versuche zu greifen. Bewegte Bilder, die sich in großen Denkblasen befinden. Ohne sie festhalten zu können. 39,5 Grad. Nur sieben Wochen später werde ich an einem Strand stehen und aufs Meer blicken. Einen Kaffee in der

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Am Leben zu sein

An einem kleinen Blumenstand auf der Schanze decke ich mich am nächsten Morgen mit frischen Geranien ein und mache mich damit auf den Weg zu Hera, meiner ältesten Freundin. Wir sind früher Nachbarinnen gewesen, seitdem habe ich sie fest in mein Herz geschlossen. Sie sieht jung und wunderschön aus, wie eine Diva vergangener Jahrzehnte. Strahlend öffnet sie mir die Tür zu ihrem kleinen Paradies mit Garten. Ihre Wohnung ist keine vierzig Quadratmeter groß. Weiße Holzmöbel tragen große Blumensträuße in verschnörkelten Vasen. An den Wänden hängen Leinwände in Gold und Grün, die sie selbst bemalt hat. „Hallo schönste Frau, die ich kenne“, begrüße ich sie freudig über die Türschwelle hinweg. In ihrer kleinen Wohnung tönt Foreigner aus den Lautsprechern. Erst letzten Sommer waren wir zusammen auf einem Konzert der Band gewesen. Wie immer winkt sie ab. „Ach du, erzähl nicht sowas.“ Sie hat eine große Sonnenbrille auf, die sie hoch in ihre honigblonden Haare schiebt. „Ist nur die Wahrheit.“ Ich sehe ein Lächeln über ihr Gesicht huschen. Lautlos folge ich ihr in ihr kleines Stück Garten, wo sie die Geranien in eine Vase stellt und ein paar Mal dreht, bis sie die perfekte Position gefunden haben. Sie trägt meistens weite, helle

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Meine Bücher

»Natürlich, die besten Typen laufen einem an Kaffeetheken, auf Spaziergängen (Hund!) und vor allem dann, wenn man es nicht erwartet über den Weg – manchmal aber eben auch bei Tinder«

Vorsichtige Dating-Versuche, innige Freundschaften und die immer wiederkehrende Frage, was man in Dating-Apps eigentlich sucht — und ob man überhaupt etwas suchen sollte. Ein Buch übers Erwachsenwerden und Sich-Selbst-Finden in der Großstadt. 

»Vom Nichts suchen und Alles finden« erzählt hoffnungsvoll vom Loslassen alter Ideen und festgesetzter Muster, vom Zulaufen auf neue Abenteuer. Und von der Liebe. Vor allem von der Liebe. 

Weil das Leben eine Reise ist, auf der man sich genauso gut verlieren wie wiederfinden kann. Weil die besten Dinge sich abseits des Weges ergeben, wenn man nicht mit ihnen rechnet. Süße Spontanbegegnungen, ein Sommer-Roadtrip mit dem Bulli durch Frankreich, die Bar voller Einheimischer auf Reisen …