Marie Luise Ritter

... schreibt über die Liebe

Marie Luise Ritter, geboren in der Nähe von Leipzig, hat Journalistik studiert, um sich danach mit dem Schreiben selbstständig zu machen. Als freie Texterin, Bloggerin und Beraterin lebt sie nach fünf Jahren in Hamburg inzwischen in Berlin. Mit luiseliebt.de hat sie vor zehn Jahren ihr digitales Tagebuch ins Leben gerufen, aus dessen Texten seitdem drei Bücher entstanden sind.   

Diese erzählen vom Leben und von der Liebe und sind eine Hymne an das einfach “Sein”. In ihrer Großstadtkolumne widmet sie sich Dating, Freundschaften und innerer Zufriedenheit. Den Alltag verbringt Marie Luise Ritter mit Hündin Penny zwischen Büchern, Berliner Abenteuern und Bananenbrot.

NEU: GROSSSTADTKOLUMNE

Irgendwann …

„Irgendwann wohne ich nochmal ein paar Monate irgendwo im Ausland am Meer“, sagte ich immer mal wieder zu immer mal unterschiedlichen Menschen, denen ich in jenem Moment eben gegenüber saß. Wir teilten Brot oder Sushi, Fünfjahrespläne oder Reisetipps, unsere tiefen Träume oder alberne Ideen, die uns in den Sinn gekommen waren.Es ist so ein Satz den man so daher sagt, den sich viele bestimmt denken. Leben hier ist schön, aber mal irgendwann die Arbeit einpacken und sie von einem Strandort im Süden Portugals absolvieren? Nur für einen Monat vielleicht? Einen regnerischen Herbst in London verbringen? Einen Sommer in Südfrankreich, sich ein kleines Apartment mieten, in süßen Cafés sitzen und am ersten eigenen Roman schreiben, nette Menschen kennenlernen, abends alleine kochen. Es war etwas, was ich als „Traum“ abgespeichert hatte. Jeder hat seine eigenen. Meiner: Leben am Meer. Es sind so Dinge, die man sagt, aber nicht anpackt, die man träumt, aber nie konkretisiert. Irgendwann … werde ich mir eine Auszeit nehmen, einen Bootsführerschein machen, werde ich ein Buch schreiben, eine Woche alleine reisen gehen, werde ich mich aus meiner unglücklichen Partnerschaft trennen und ausziehen, werde ich ein Landgut renovieren, eine weitere Ausbildung anfangen, eine Familie gründen, mich selbstständig machen, im

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Spätsommermelancholie

„Wir brauchen Fotos zur Erinnerung“, sage ich in die Runde, „an uns und an diesen Sommer“. Es ist warm, Samstag Nacht, wir sitzen draußen, die Straßen voller Menschen, warmes Licht scheint aus den angrenzenden Bars. Unsere Stimmen kleben sich so ineinander, dass sie gar nicht wirklich zu entwirren sind, ein Lachen, das hier anfängt und woanders aufhört, Energie, die ansteckend ist. Ich bestelle den witzigsten Drink von der Karte, es wird mein running gag, der sich über den Abend zieht, und ich zwinge jede, davon zu kosten. Ich mag Momente, die mir das Gefühl geben, das Leben wirklich zu spüren. Lebendig zu sein. Alles mit Adrenalin, alles Unbekannte, und vor allem, mit meinen Freundinnen nachts draußen zu sitzen und zu lachen bis ich Muskelkater im Bauch habe. Ich denke immer, ich kann alles alleine, ich brauche niemanden, und kann mich überall alleine durchschlagen. Und wahrscheinlich ist dem auch so. Ich kriege alles alleine hin. Aber was ich dabei manchmal vielleicht vergesse, ist, wie schön es ist, mit Freunden gemeinsam durchs Leben zu gehen. Und wie sehr dieser kleinen Haufen Grinsebacken mein Leben eigentlich bereichert. Wie lebendig ich mich mit ihnen fühle, durch sie vielleicht erst. “Eine Ära geht zu Ende”,

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Losziehen

1 Der Laptop steht aufgeklappt auf meinem Glasschreibtisch, der schon ein paar Kratzer hat. Es ist vor ein paar Wochen, so ein kalter Frühlingstag, an dem sich die Sonne irgendwo zwischen Nebelwand und gegenüberliegender Hausfassade verlor. Wir arbeiten uns gemeinsam durch meine Versicherungen, eine nach der anderen wird auf Sinn und Inhalt geprüft. Haftpflicht, Hundehaftpflicht, Hausrat. “Hausrat? Brauchst du sie? Was hast du so? Und was davon brauchst du?” Meine Finanzberaterin guckt mich durch die Zoom-Kamera an, als würde sie versuchen, einen Blick auf meinen Hintergrund zu erhaschen. Sie sieht höchstens zwei Pflanzen und vielleicht den kleinen Mops, der sich auf der Lehne des Sofas positioniert hat, so, als würde er unbedingt auch im Bild sichtbar sein wollen.Ich tue es ihr gleich und sehe mich in meinem Wohnzimmer um. “Ähm … eigentlich brauche ich nur meinen Hund, mein Handy und meinen Laptop”, antworte ich dann ehrlich. Und meine Erinnerungen, füge ich in meinem Kopf noch hinzu. Klar, am Hund hänge ich emotional, und die letzten beiden sind meine Arbeitsgeräte, die ich überall mit hinschleppe, um meine Bücher und Texte zu schreiben und meine Reisen festzuhalten. Meine Erinnerungen sind alle abgespeichert, in mir. Mein Augen wandern über die übergroße graue Couch,

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Meine Bücher

»Natürlich, die besten Typen laufen einem an Kaffeetheken, auf Spaziergängen (Hund!) und vor allem dann, wenn man es nicht erwartet über den Weg – manchmal aber eben auch bei Tinder«

Vorsichtige Dating-Versuche, innige Freundschaften und die immer wiederkehrende Frage, was man in Dating-Apps eigentlich sucht — und ob man überhaupt etwas suchen sollte. Ein Buch übers Erwachsenwerden und Sich-Selbst-Finden in der Großstadt. 

»Vom Nichts suchen und Alles finden« erzählt hoffnungsvoll vom Loslassen alter Ideen und festgesetzter Muster, vom Zulaufen auf neue Abenteuer. Und von der Liebe. Vor allem von der Liebe. 

Weil das Leben eine Reise ist, auf der man sich genauso gut verlieren wie wiederfinden kann. Weil die besten Dinge sich abseits des Weges ergeben, wenn man nicht mit ihnen rechnet. Süße Spontanbegegnungen, ein Sommer-Roadtrip mit dem Bulli durch Frankreich, die Bar voller Einheimischer auf Reisen …