PERSOENLICH

Textauszug: Landleben

Auszug aus »Vom Nichts suchen und Alles finden«, Kapitel 1 Ich brauche am nächsten Morgen drei Anläufe, meine Augen aufzuschlagen und das schrille Geräusch in meiner Wohnung mit der Realität zu verbinden. Beim vierten Mal habe ich es. Es klingelt. Widerwillig schlurfe ich zur Tür und werfe einen Blick durch den Spion, der von schweren Jacken des Mitbewohners versperrt wird, mit denen er eine Expedition in die Arktis überstehen würde. (Wir haben Mai. In Berlin sind es durchgehend über fünfundzwanzig

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Von Nervosität und einmaligen Chancen

„Hallo Frau Ritter, der Zufallsgenerator hat Sie noch einmal gezogen, sind Sie wieder dabei?“ Ich lese die E-Mail und überlege. Wieder nach Hürth gondeln, und zwar einen witzigen Tag verbringen, aber es aus fehlender Schnelligkeit nicht in die Mitte schaffen? Ich war in einer Doppelsendung „Zockerspecial“, aufgezeichnet im Dezember 2018, schon in zwei Sendungen in Hürth, in denen ich in allen Fragen zu langsam war, deswegen zögere ich (Bericht: hier). Aber: Aller guten Dinge sind ja drei, und wenn es dann nicht

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Heimatgefühle

Ich stapfe hinter dem Hund her über die Wiese im Garten. Um mich herum ist das Grün überzogen von großen, gelben Löwenzahn-Köpfen und Gänseblümchen, die schüchtern dazwischen hervorwachsen. Hohe Kiefern und ein Ginkgo  bewachen den Garten, die Sonnenflecken, die sie erlauben, spielen auf Haut, Sonnenliegen und Rasen. Gräser wachsen rund um die Feuerstelle in der Ecke, an die eine kleine Terrasse aus Holzdielen anknüpft.  Die Sonne scheint hier das ganze Jahr, die Gewitterfronten abgehalten, von den Ausläufern des Harzes, vielleicht. Pyramiden säumen

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Urvertrauen & Zuversicht

Mein Wecker geht meist gegen 6:50 Uhr gerade. Ich krieche aus dem warmen Bett und hüpfe hinter dem vorrennenden Hund hinterher die Treppe runter in die Küche. Vor dem Küchenfenster der schönste Sonnenaufgang. Eine von uns kriegt Futter, eine Obst und Kaffee. Am Fenster neben meinem roten Sessel wartet mein großer Bücherstapel, in den ich mich verkrieche. Also, genauer gesagt, immer nur in ein Buch gleichzeitig. Ich widme mich Projekten, neuen Ideen, Plänen für das Jahr. Nach einem schönen, produktiven

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Go vegan

Ich habe ganz lange versucht, nichts polarisierendes zu schreiben. Muss ich ja auch nicht. Ich habe eine Meinung und Haltung, aber die lasse ich meist im Freundeskreis, wo man auf Augenhöhe diskutieren kann. Aber dann bin ich aufgewacht und habe festgestellt: Es ist 2019. Und gebildete, kluge Menschen essen immer noch Fleisch. 2019! Nicht 901 oder zwei nach Christus. Und dann komme ich immer wieder auf: Das ist so irre und so unglaublich bescheuert (wenn man es schafft, das ganze

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berlin stories, die zweite

„Wann kommst du nun eigentlich zurück nach Hamburg?“ fragt sie gegen Ende des Gesprächs. Wir haben uns ausgetauscht, uns Neuigkeiten erzählt, wieder ein bisschen mehr ins Leben des anderen reingezogen. Als ich weggezogen bin, habe ich zu allen gesagt, „ich geh mal ein Jahr nach Berlin. Ich komme auf jeden Fall wieder zurück.“ Ein Jahr, weil wir ein Jahr Mindestmiete in dieser neuen Traumwohnung haben. Ich war mir sicher, dass ich für ein Jahr Abenteuer, einen Tapetenwechsel, eine neue Stadt

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Orange Hour in Berlin

Werbung // „Gehen wir nochmal raus?“ der Tag war gut, aber irgendwie stressig. Ich bin bis auf die drei alltäglichen Gassirunden am Schreibtisch versackt, zwischen Mails und Rechnungen, Texten, die aus meinem Kopf rausmussten, Buchhaltung, geplatzten Verhandlungen und neuen Projekten und Ideen. Alles was ich gerade brauche ist eigentlich nur ein bisschen frische Luft, ein bisschen Bewegung, vielleicht eine Runde gehen durch den Kiez, während es noch hell ist und bis die Sonne langsam verschwindet. Ich nehme zwei Schöfferhofer aus

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vom nichts suchen und alles finden

„Ich hatte nur ein Tinder Date bisher! Ich war auf der Suche nach einer Beziehung, hat geklappt!“, triumphiert sie. Wir kennen uns schon lange, haben mal ein Klassenzimmer und ab und zu eine Flasche Kirsch geteilt, sind grundverschieden, aber schon immer so ehrlich miteinander, dass es weh tun kann. „Haste einfach den Erstbesten genommen, oder was?“ hake ich lachend nach, aber ihre Miene wird ganz ernst.  „Ne, der ist toll. Ich hasse Dates, wenn ich auf eins gehe, muss sich

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Berlin Stories

„Eine schöne Geschichte. Was für den Kopf gerne“, erzähle ich dem freundlichen Menschen in diesem Buchladen, der bis unter die Decke vollgestopft ist mit ungefähr jedem Buch, das jemals erschienen ist. Nur das, was ich in dieser ersten Woche des neuen Jahres eigentlich lesen wollte, hat er nicht da. Vom Ende der Einsamkeit. Was ähnliches wie Wells? Er drückt mir Suter und Irving in die Hand, jede Menge verschiedene Geschichten, Lila Lila ist sein Favorit. Ich entscheide mich für Der

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Mal ausprobiert – wer wird Millionär

Ich war diese Woche Montag und Freitag bei Wer wird Millionär im Fernsehen zu sehen, zwei Folgen Zockerspecial, habe es nicht in die Mitte geschafft, aber hatte dort trotzdem zwei sehr grandiose Tage. Deswegen erzähle ich euch mal die kleinen Geschichten hinter diesen zwei Tagen: Im September kommt der Anruf. Hallo schönen guten Tag, Wer wird Millionär hier, wir stellen Ihnen jetzt fünf Fragen, Frau Ritter, sind Sie bereit? Ich stehe an der Kasse vom Edeka unter meiner Wohnung und

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